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FT-902DM Röhrenwechsel

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dl8dbw
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FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von dl8dbw » Di 23. Apr 2019, 13:20

Hallo

Ich habe vor einigen Wochen einen sehr heruntergekommen FT-902DM aus einem Nachlass erworben. Das Gerät hatte nach 20 Jahren ohne Benutzung viele Fehler. Nun habe ich alle (hoffe ich) Kontaktproblem und eine kalte Lötstelle beseitigt. Ich überlege nun, da ich beim Kauf noch einen Satz neuer Röhren dazu bekommen habe, diese zu tauschen. Im Handbuch findet sich ein Kapitel über die Neutralisation. In einem anderen Forum habe ich gelesen, dass man dies nicht durchführen muss, wenn man paarige Röhren einbaut. Ich traue dem nicht so recht, deshalb frage ich lieber noch einmal.

73 Thomas DL8DBW

dl8sfz
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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von dl8sfz » Mi 24. Apr 2019, 19:52

Hallo Thomas,
zu diesem Thema habe ich gelesen, dass paarige Röhren eigentlich ein Verkaufsgag sind, den sich der Verkäufer meist teuer zahlen lässt. Besser sei es so oder so, nach dem Tausch beide Röhren so einzustellen, dass sie mit dem gleichen Ruhestrom arbeiten, also symetrisch arbeiten.
Da ich damals meine Röhrenendstufe kurze zeit später wieder verkauft habe, bin ich nie in die Verlegenheit gekommen, so eine Arbeit durchzuführen.
Ich denke, wenn unser 7WW-Peter sich meldet, der hat fundiertes Röhrenwissen dazu.
Gruß Stefan

db6zh
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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von db6zh » Do 25. Apr 2019, 0:05

Ich habe in meinem alten TX599 Service-Manual nachgesehen, sind 2x s2001=6146(b) drin. An sich empfiehlt sich die Neutralisation nach Röhrenwechsel immer. Nach Manual wird die im TX599 mit einem Trimmer für beide Röhren gemacht. Ich würde es auf jeden Fall machen, aber vielleicht verirrt sich DJ7WW auch mal wieder hierher. (Ich habe ewig keine PA-Röhren mehr getauscht, früher bei jeden Wechsel neu neutralisiert, ist eigentlich kein Drama). Ich vermute mal, daß die "paarigen Röhren" lediglich nach gleicher Emission im Prüfgeräte "gepaart" wurden und das sagt zur Neutralisation nicht unbedingt viel aus.
73 Peter

ps u.a. gefunden https://www.w8ji.com/neutralizing__amplifier.htm

dl8dbw
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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von dl8dbw » Do 25. Apr 2019, 18:47

Hallo Danke für eure Antworten.
Schade, dass dies Wissen scheinbar doch verloren geht.
Ich habe noch nicht so ganz verstanden wie man vorgeht bei dem FT-902.
Aber es muss nicht in den nächsten Tagen sein mit dem Wechsel.

73 Thomas

db6zh
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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von db6zh » Do 25. Apr 2019, 20:36

https://elektrotanya.com/yaesu_ft-902dm ... ad.html#dl habe gerade downloaded. (der will vorher wissen, ob man Roboter ist, ansonsten kostenfrei) Auf Seite 49 pdf (48 Manual) ist die Prozedur beschrieben. "Maintenance & Alignment" -> 16. "Final Amplifier Neutralization". Part 14 "Bias Adjustment" muß vorher gemacht werden.

Das hat nichts mit verlorenem Wissen zu tun, sondern ist Geräte-spezifisch. Da muß jeder in's Manual schauen, außer er hat es am gleichen Gerät schon zig-Mal gemacht. Die Prozedur ist Standard, die habe ich schon in den 50ern beim ersten Selbstbau mit einer AL5 gemacht, um die auf KW flott zu kriegen. Wie bereits geschrieben, da fließt die Schaltung mit ein - deshalb bei Fertiggeräten in's Manual sehen.

73 Peter

ps falls die Theorie nicht geläufig ist: in einer Art Brückenschaltung werden mit dem Neutralisierungs-C innere Röhren-Kapazitäten (plus Schaltungskapazitäten) in eine Art "Brückengleichgewicht" gebracht. Damit wird bei den üblichen Kathoden-Basis-Schaltungen eine Rückkopplung der Anode auf den Gittereingang minimiert. Wenn erfolgreich, fällt der Abstimm-Dip (Anodenkreis) mit dem maximalen Output zusammen (als Kontrolle),

So ganz grob ................. (zum Verständnis ohne Korinthenk....., man kann es auch als Gegenkoppelung ansehen, aber da viele Kapazitäten mitspielen, gefällt mir "Brücke" besser)

dl8dbw
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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von dl8dbw » Fr 26. Apr 2019, 8:13

Hallo Peter

Insbesondere die letzten Sätze waren hilfreich. Damit habe ich ein besseres Verständnis was in der Anleitung beschrieben ist.

Danke 73 Thomas

db6zh
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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von db6zh » Fr 26. Apr 2019, 14:43

Viel Erfolg und bitte aufpassen, HV liegt an. Ich kenne das Gerät nicht und zum Hinweis "the ...(PA)-... cover must be in place" - da geht es nicht um HV-Schutz, sondern die evtl. zusätzlichen Kapazitäten der Verkleidung. Dazu müßte in der Abdeckung zum Trimmer ein Loch in der Abdeckung sein (finde kein Bild mit Abdeckung im Manual). Bitte Abgleichbesteck nutzen (ausleihen, falls nicht vorhanden), normaler Metallschraubenzieher - auch mit oder trotz Isolierung - paßt nicht. Es sind relativ kleine Kapazitäten zu bewegen. Der TC1 hat 5pF und liegt mit 10pF in Serie - Manual Seite 55 links oben.

BTW: meine damalige erste Neutralisation einer NF-Endröhre für meine Eigenbau-QRP-PA mittels ausgebautem Radio-Trimmers erzeugte ein heimeliges lila Leuchten per Endröhre im Zimmer. Ich hatte die Spannungsfestigkeit des Trimmers unterschätzt, bzw. die Anoden-Wechselspannung. Es heißt ja auch in einer Redewendung: "Lila - der letzte Versuch". Auf jeden Fall hinterließ DER Versuch einen bleibenden Eindruck dazu, wie und warum eine Neutralisation funktioniert. :-)

73 Peter

df5ww
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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von df5ww » Fr 26. Apr 2019, 15:40

Hallo Thomas,

sind die aktuell eingebauten Röhren denn so "runter" das man tauschen müsste ? Wenn die noch 80 oder 90 % der
Nennleistung bringen würde ich sie drin lassen. 80 anstatt 100 Watt macht nix aus und meist kommt auf den Lowbands
erfahrungsgemäss eh immer ein wenig mehr dafür ist dann meist auf 10/12 m weniger an Output.

Wenn die noch halbwegs gut sind lass sie drin und verwahr die neuen gut. So hat man im Fall des Falles ein neues
Pärchen in Reserve und nicht die gebrauchten.

:wink: :wink:
73´s, Jürgen, DF5WW :wink:

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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von dl5ym » Sa 27. Apr 2019, 8:28

dl8dbw hat geschrieben:Hallo Danke für eure Antworten.
Schade, dass dies Wissen scheinbar doch verloren geht.
Ich habe noch nicht so ganz verstanden wie man vorgeht bei dem FT-902.
Aber es muss nicht in den nächsten Tagen sein mit dem Wechsel.

73 Thomas
Hallo,
Neutralisation nachstellen ist immer nötig, wenn die Kapazitäten der Röhren anders sind (Herstellerabhängig). Sollte im Handbuch geschrieben sein ;-)
Hat nix mit dem Rest zu tun, klug ist es die Röhren zu gettern nach Jahren, bei einigen reicht lange heizen ohne Anodenspannung; da sollte nix blau leuchten in den Röhren! Andere habe ich gern leicht angesteuert mit Fehlanpassung 20..40 min betrieben und zwar soviel Ansteuerung, daß die Anodenbleche dunkelrot waren.

Röhren nach Jahren Pause wieder zu "regenerieren" ist ein Thema ! (es geht hier um das Vakuum da drinnen).
Röhren zu "Paaren" halte ich für unsinnig :-), andererseits sollten sie in etwa (!) gleiche Stöme ziehen.
Solange die Anoden gleichmäßig rot werden bei Last ist alles gut!

Fred
ps: Hier war es meist Eigenbau, was aber der Sache keinen Abbruch tut - nur eben gab es kein Handbuch ;-)

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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von dl8dbw » So 28. Apr 2019, 16:23

Danke für die Antworten.
Ich muss einmal schauen - Im Moment ist noch ein Teil demontiert. Habe noch eine kalte Lötstelle gefunden und hatte einige Kontaktproblem.
Dann werde ich den Output einmal messen.

Der Ft902 hat sicher 20 Jahre ohne Betrieb gestanden. Ich denke die Röhren einmal einige Stunden zu heizen schade dann nichts. Wenn ich richtig verstanden habe sollte ich dann die Anodenspannung abklemmen.

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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von db6zh » So 28. Apr 2019, 23:00

Es gibt eigentlich zwei Probleme bei NOS oder längerem Stillstand: Oxyd-Schichten auf den Innereien und Vakuum. Ich habe Dir mal ein paar prinzipielle Links dazu gepackt. Bevor ich was falsches schreiben müßte ich erst selber wieder auffrischen. Es gibt Methoden mit Anodenspannung und ohne. Vom Prinzip her muß wegen dem Vacuum geheizt werden, um das "Getter" zu aktivieren und gegen Oxydbeläge muß auch Strom fließen. Reihenfolge und was, wann, wo habe ich jetzt nicht auf Anhieb greifbar. Schau mal in die Links. Es wird auch teilweise von "Einbrennen" oder "Härten" der Röhren gesprochen.

http://www.jogis-roehrenbude.de/Radioba ... ialien.pdf
http://www.tubecollection.de/ura/getter.htm
https://www.radiomuseum.org/forum/getter.html
http://dl6lim.darc.de/tube_reg.html

73 Peter

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Re: FT-902DM Röhrenwechsel

Beitrag von dl5ym » Mo 29. Apr 2019, 8:40

dl8dbw hat geschrieben: Der Ft902 hat sicher 20 Jahre ohne Betrieb gestanden. Ich denke die Röhren einmal einige Stunden zu heizen schade dann nichts. Wenn ich richtig verstanden habe sollte ich dann die Anodenspannung abklemmen.
Nööö ... oft ist es klüger die Anodenspannung über einen hochohmigen Widerstand zu ziehen.
Im "Kleinspannungsbereich" also 600..800 Volt, habe wir die Röhren immer "einfach so" reingesteckt, auch wenn die "Wehrmachtseigentum" waren und es schon über 30 Jahre keine Wehrmacht mehr gab ;-) [RL12P35 usw.]
Warm und trocken gelagerte Röhren tun in der Regel mehr oder weniger (Innenraumlagerung, Vorsicht nur bei Lagerung in Außenräumen.

Heizen ohne Anodenstrom bringt nix, wenn die Getterung über die Anodenabwärme erfolgt ;-)
Du hast es ja hier mit indirekt geheizten Kathoden zu tun.

z.B. meine schön leuchtenden GU50 habe ich bei 400V nachgegettert! Da grounded Grid, mußte ich eben etwas ansteueren, Collins verstimmen und fertig. Bei der GU50 reicht eine Stunde dunkelrote Anodenbleche - dürfte auch so für Zeilenendröhren gelten ( kenne da nur EL34/36 )

Fred

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