Neuer Bandplan PSK31 auf 7035

Antworten
df5ke

Neuer Bandplan PSK31 auf 7035

Beitrag von df5ke » Mi 8. Apr 2009, 12:36

Hallo,

der neue Bandplan gilt seit dem 29.03.2009.
Dort ist nun der Bereich von 7.000 Khz bis 7.040 KHz für die Betriebsart CW ausgewiesen.
Von 7.040 KHz bis 7.047 KHz für "Digimode" (Schmalband-Betriebsarten) :!:

Bisher war 7.035 KHz das 40m Aktivitätszentrum für PSK und 7.037 KHz für z.B. MFSK.

Ich kann bisher nicht feststellen, dass die Aktivitäten sich verlagert hätten.

Gibt es noch keine neuen (offiziellen) Regelungen. :?:

73 Charly :) [/b]

dl6ock
Normaler Benutzer
Beiträge: 353
Registriert: Sa 15. Jul 2006, 16:27

Re: Neuer Bandplan PSK31 auf 7035

Beitrag von dl6ock » Mi 8. Apr 2009, 16:58

Hallo Charly,

es gibt und wird auch keine offiziellen Regelungen speziell zu PSK und MFSK im IARU-Region-1-Bandplan geben. Bandplan online: http://www.darc.de/bandplan/

Die Idee, die hinter dem Bandplan steckt, ist die Aufteilung nach Bandbreite:
maximal 200 Hz bei 7000-7040 kHz
maximal 500 Hz bei 7040-7050 kHz
maximal 2700 Hz bei 7050-7200 kHz

Mit der Aufteilung nach Bandbreite (und nicht nach z.B. PSK/MFSK) muss der Bandplan nicht ständig an die sich wandelnden Digitalmodes angepasst werden.

Zusätzlich gibt es Angaben zur bevorzugten Betriebsart/Sendeart/Nutzung (siehe Spaltenüberschrift im Bandplan), wovon z.B. bei Contesten abgewichen werden kann.
Jörg Jährig, DJ3HW, in der CQ DL 2-2009 S. 111 zum neuen KW-Bandplan hat geschrieben:Die seit 2006 gültige Philosophie der Begriffe "alle Schmalband- bzw. alle Betriebsarten" sollte jemand wörtlich nehmen, wenn z.B. [...] intensive SSB-Contestaktivität herrscht.
Mit anderen Worten: Digitalmodes bis 500 Hz Bandbreite sind im gesamten Bereich 7040-7200 kHz ausdrücklich vorgesehen, Digitalmodes mit höherer Bandbreite im Bereich 7060-7200 kHz.

Für Digitalmodes gibt es allerdings den Vorzugsbereich 7040-7060 kHz. Will man den automatischen Digitalstationen (7047-7053 kHz) aus dem Weg gehen, ergibt sich für Digitalmodes mit bis zu 500 Hz Bandbreite (z.B. PSK31 mit 60 Hz oder MFSK-16 mit 300 Hz) der bevorzugte Bereich 7040-7047 kHz. Ein neues Aktivitätszentrum sollte sich sinnvollerweise darin etablieren.

Auf 7035 kHz ist zwar CW nach dem Bandplan bevorzugt, PSK31 wäre aber mit seinen 60 Hz Bandbreite auch erlaubt - beispielsweise während eines SSB-Contests.

Im Bereich 7175-7200 kHz sind interkontinentale QSOs bevorzugt, das soll auch von den Digitalmode-Freunden genutzt werden.

Der neue Bandplan wurde zwar in der CQ DL 4-2009 auf Seite 274 veröffentlicht und im Deutschlandrundspruch vom 26. März 2009 angekündigt; aber wie das so mit Gewohnheiten ist, dauert es immer etwas. Vielleicht kannst du ja QSO-Partner, die unterhalb 7040 kHz rufen, unter Verweis auf den neuen Bandplan um QSY bitten?

Vy 73

Julian, DL6OCK

df5ke

Beitrag von df5ke » Mi 8. Apr 2009, 17:22

Hallo Julian,

danke für Deine ausführliche und verständliche Erklärung.

Wie es scheint, reicht es nicht aus, die nackten Zahlen zu interpretieren, sondern die Hintergünde sind ebenso wichtig .
Nochmals Danke, wieder was gelernt.
Ich habe mir den Artikel in der CQ DL 4/09 nochmal angesehen. Es macht sicher Sinn, Deine Erklärung einem breiteren Publikum - z.B. in der CQ DL - zugänglich zu machen.

Also, wenn ich jede Station, die auf 7035 arbeitet, auf den neuen Umstand hinweisen will, da habe ich dann eine ganze Menge zu tun. :lol:
Da würde mir eine Publikation in der CQ DL gewaltig helfen. :D

73 Charly

dk7vw
Normaler Benutzer
Beiträge: 204
Registriert: Mo 8. Aug 2005, 22:18

Re: Neuer Bandplan PSK31 auf 7035

Beitrag von dk7vw » Fr 10. Apr 2009, 11:34

dl6ock hat geschrieben:
Mit der Aufteilung nach Bandbreite (und nicht nach z.B. PSK/MFSK) muss der Bandplan nicht ständig an die sich wandelnden Digitalmodes angepasst werden.

Zusätzlich gibt es Angaben zur bevorzugten Betriebsart/Sendeart/Nutzung (siehe Spaltenüberschrift im Bandplan), wovon z.B. bei Contesten abgewichen werden kann.

...

Vy 73

Julian, DL6OCK
Damit hast Du zwar - leider - recht; ich halte diese Regelung allerdings für sehr unglücklich.

Die reine Orientierung an der Bandbreite würde - konsequent durchgeführt - zu einer "Durchmischung" der erlaubten Betriebsarten in diesen Frequenzbereichen führen.

Dies birgt ein erhebliches Stör- und Konfliktpotential, zumal sich die Betriebstechnik z.B. zwischen BPSK31 und CW doch erheblich unterscheidet. Die reale tägliche Praxis auf den Bändern zeigt, dass es nicht ausreichend ist, an Hamspirit und Goodwill zu appellieren.

Bezüglich PSK31 wäre es ein positives Zeichen, wenn diese Gemeinde sich entschliessen könnte, ihr "Aktivitätszentrum" entsprechend den neuen Bandplänen um 5 kHz nach oben zu verlagern.

73 Joe DK7VW

dk4vw
Normaler Benutzer
Beiträge: 118
Registriert: Mi 25. Mai 2005, 8:30

Beitrag von dk4vw » Fr 10. Apr 2009, 19:56

Hallo,

die Bereiche im Bandplan, für die eine maximale Bandbreite von 200 Hz angegeben wird, sind als "nur CW-Bereiche" zu verstehen. (Wobei CW aber im ganzen 40-m-Band gestattet ist).

Eigentlich ist dies ein Widerspruch zur Bandbreiten-Philosophie, aber er wurde bei der Diskussion um und bei der Einführung des Bandbreitenprinzips akzeptiert, damit der Wechsel von der früheren Einteilungsmethode Telegrafie, Telefonie, SSTV, RTTY usw. eine Mehrheit fand.

Der Betrieb mit digitalen Sendearten sollte in den Bereichen für alle Schmalband-Betriebsarten mit max. 500 Hz bzw. für alle Betriebsarten mit max. 2700 Hz geschehen. Dem entsprechend gibt es dort in Teilbereichen Empfehlungen zur Nutzung durch Digimodes.
Bei hoher Aktivität, z.B. in einem RTTY-Contest, kann zu höheren Frequenzen ausgewichen werden. (Es heisst ja: "alle...").

Ein Grundprinzip gilt aber für Alle: Erst hören, dann nur auf einer freien Frequenz mit Aussendungen starten.

Um Konflikte mit automatische Stationen zu vermeiden, sollten QSOs zwischen anderen Stationen ausserhalb der kleinen ausgewiesenen Segmente für automatischen Betrieb gestartet werden.

Die Vergrößerung des 40-m-Bandes sollten alle als Chance sehen mit weniger Gedränge ihre QSOs zu machen und deshalb auf die empfohlenen neuen Segmente wechseln.

73
Ulli
DK4VW

dk7vw
Normaler Benutzer
Beiträge: 204
Registriert: Mo 8. Aug 2005, 22:18

Beitrag von dk7vw » Fr 10. Apr 2009, 22:07

dk4vw hat geschrieben:Hallo,

...

73
Ulli
DK4VW
Hallo Ulli,

danke für Deine klärenden und eindeutigen Worte.

Hoffentlich kommt das dann auch so bei den Nutzern an.

73 Joe

df5ke

Beitrag von df5ke » So 19. Apr 2009, 20:00

Hallo,

genau aus diesem Grund habe hier im Forum gepostet!

Meiner Meinung nach, sollte die "PSK-Gemeinde" um 5 KHz nach oben wandern.

Ich habe aber starke Bedenken, dass ohne äußeren Anstoß, welcher wegen der Wirksamkeit
schon von div. Verbänden gesteuert werden sollte, sich in absehbahrer Zeit nichts ändern wird!

Wetten? :lol:

73 Charly :)

dk7vw
Normaler Benutzer
Beiträge: 204
Registriert: Mo 8. Aug 2005, 22:18

Beitrag von dk7vw » So 19. Apr 2009, 21:00

df5ke hat geschrieben: Ich habe aber starke Bedenken, dass ohne äußeren Anstoß, welcher wegen der Wirksamkeit
schon von div. Verbänden gesteuert werden sollte, sich in absehbahrer Zeit nichts ändern wird!

Wetten? :lol:

73 Charly :)
Es wird (hoffentlich) ein langsamer Erkenntnisprozess werden. Wenn ich über den Bereich 7040 - 7060 kHz drehe, höre ich dort auch immer noch jede Menge SSB-Stationen. Wenn dann der italienische Amateurfunk-Verband ARI 7045 kHz als "Notfunk-Frequenz" für Phonie-Betrieb propagiert (wie jüngst beim Erdbeben in L'Aquila geschehen), entsteht durchaus der Eindruck, dass die jüngsten IARU-Beschlüsse an einigen "Funktionären" vorbeigegangen sein müssen.

Ich habe in den letzten Tagen einige Male bewusst im "neuen" CW-Bereich 7035-7040 CW-Betrieb gemacht. Natürlich ohne absichtliches Stören, nach Hören und Anfrage, ob Frequenz frei (QRL?) etc.

Die Erfahrungen reichen von absichtlichem Stören durch PSK-Stationen, vielleicht auch Unvermögen des Operators, bis zu der französischen Station, die mir vorgestern die QSL für ihr "erstes CW-QSO" direkt geschickt hat. Der französische OM hatte mich "auf dem Screen gesehen" :-) und dann in CW angerufen. Da ich kein CW-Hardliner bin, fahre ich auch gerne QSO mit PC-CW-Stationen. :-)

73 Joe

3080634

Re: Neuer Bandplan PSK31 auf 7035

Beitrag von 3080634 » Mi 24. Jun 2009, 9:49

dl6ock hat geschrieben:
Die Idee, die hinter dem Bandplan steckt, ist die Aufteilung nach Bandbreite:
maximal 200 Hz bei 7000-7040 kHz

Mit der Aufteilung nach Bandbreite (und nicht nach z.B. PSK/MFSK) muss der Bandplan nicht ständig an die sich wandelnden Digitalmodes angepasst werden.

Zusätzlich gibt es Angaben zur bevorzugten Betriebsart/Sendeart/Nutzung (siehe Spaltenüberschrift im Bandplan), wovon z.B. bei Contesten abgewichen werden kann.

Hallo Julian,

auch wenn ich etwas spät dazukomme - wärst Du so nett mir 2 Fragen zu beantworten?

1. Ist nach dem neuen Bandplan PSK31 von 7,00 - 7,040 erlaubt, da ja Bandbreite kleiner 200Hz?

2. Beinhaltet der Bandplan jetzt, daß er zu Kontest-Zeiten seine Empfehlungen nicht mehr eingehalten werden müssen? Hat sich da was geändert?

Gruß

Gerd

dl6ock
Normaler Benutzer
Beiträge: 353
Registriert: Sa 15. Jul 2006, 16:27

Beitrag von dl6ock » Mi 24. Jun 2009, 14:42

Hallo Gerd,

1. nein, siehe oben den Beitrag von Ulli, DK4VW. Ulli ist HF-Committee Chairman der IARU-Region 1 und im DARC HF-Referent und Stabsleiter Frequenzmanagement.
2. Der Bandplan enthält sowohl verbindliche Vorschriften wie "von 7000-7040 kHz nur CW" oder "von 14099-14101 kHz nur Baken" als auch Empfehlungen wie "bevorzugter CW-Contestbereich ist von 7000-7025 kHz". Bei den ganz großen Contesten ist es nicht möglich, sich nur auf die bevorzugten Contestbereiche zu beschränken. Bei kleinen Contesten sollte der Contestveranstalter den bevorzugten Bereich verbindlich machen, indem er ihn in seiner Contestausschreibung vorschreibt.

Vy 73

Julian, DL6OCK

dk7vw
Normaler Benutzer
Beiträge: 204
Registriert: Mo 8. Aug 2005, 22:18

Beitrag von dk7vw » Mi 24. Jun 2009, 18:00

dl6ock hat geschrieben: 2. Der Bandplan enthält sowohl verbindliche Vorschriften wie "von 7000-7040 kHz nur CW" oder "von 14099-14101 kHz nur Baken" als auch Empfehlungen wie "bevorzugter CW-Contestbereich ist von 7000-7025 kHz". Bei den ganz großen Contesten ist es nicht möglich, sich nur auf die bevorzugten Contestbereiche zu beschränken. Bei kleinen Contesten sollte der Contestveranstalter den bevorzugten Bereich verbindlich machen, indem er ihn in seiner Contestausschreibung vorschreibt.

Vy 73

Julian, DL6OCK
Um es noch zu präzisieren: "verbindlich" heisst (leider nur) verbindlich für die Mitglieder eines Amateurfunkverbandes, der der IARU angehört. Eine allgemeine Verbindlichkeit besteht nur, wenn es entsprechende (nationale) Vorgaben der Administration gibt (wie z.B. in USA).

Die "contest preferred segments" sind ein Quell steter Freude ;)
Solange diese Maßgabe in der momentanen Unverbindlichkeit fortbesteht, sollte man sie lieber ganz weglassen. Wer wagt denn zu definieren, was ein "großer Contest" und was ein "kleiner" ist?

In drei Wochen findet findet die IARU-HF-Championship statt -
[<werbung>bitte auch mal Pünktchen an LX0HQ geben</werbung>]
sicherlich kein kleiner Contest. Dennoch findet sich - dankenswerterweise - in der Ausschreibung der mandatorische Hinweis auf die Contestbereiche.

Unsere Funkfreunde im Osten des Kontinents fahren alle Naslang irgendeinen Regionalcontest auf 80m und kümmern sich einen *****dreck um die Contestsegmente.

Die Benennung "Contest bevorzugter Bandbereiche" ist so überflüssig wie ein Kropf, solange sie dem Ermessensspielraum jedes Beteiligten unterliegt.

73 Joe DK7VW

2204756

Beitrag von 2204756 » Do 25. Jun 2009, 11:24

dk7vw hat geschrieben:
dl6ock hat geschrieben: 2. Der Bandplan enthält sowohl verbindliche Vorschriften wie "von 7000-7040 kHz nur CW" oder "von 14099-14101 kHz nur Baken" als auch Empfehlungen wie "bevorzugter CW-Contestbereich ist von 7000-7025 kHz". Bei den ganz großen Contesten ist es nicht möglich, sich nur auf die bevorzugten Contestbereiche zu beschränken. Bei kleinen Contesten sollte der Contestveranstalter den bevorzugten Bereich verbindlich machen, indem er ihn in seiner Contestausschreibung vorschreibt.

Vy 73

Julian, DL6OCK
Um es noch zu präzisieren: "verbindlich" heisst (leider nur) verbindlich für die Mitglieder eines Amateurfunkverbandes, der der IARU angehört. Eine allgemeine Verbindlichkeit besteht nur, wenn es entsprechende (nationale) Vorgaben der Administration gibt (wie z.B. in USA).
...
73 Joe DK7VW
Die BNetzA sollte einen Passus in die AFuV aufnehmen, welcher die Einhaltung der jeweiligen IARU-Bandpläne der Region 1
(in Übereinstimmung mit den Afu-Bändern in DL) zur Pflicht macht.

3080634

Beitrag von 3080634 » So 28. Jun 2009, 21:05

dm2fdo hat geschrieben: Die BNetzA sollte einen Passus in die AFuV aufnehmen, welcher die Einhaltung der jeweiligen IARU-Bandpläne der Region 1
(in Übereinstimmung mit den Afu-Bändern in DL) zur Pflicht macht.
... noch einfacher wäre wenn die Veranstalter der Kontest Bandplanverletzung mit Punktabzug oder Disqualifikation ahnden.

Eine netsprechende Regel in der Ausschreibung würde reichen, und zielen sollte es auf Stations die stundenlang im falschen Bandsegment rufen.

Die allermeisten Contest Logs kommen heute elektronisch, es würde reichen auf die Frequenzangaben im Log zu schauen und die zwischen QSO-Partner abzugleichen.

Und schon wäre der Spuk vorbei.

Gruß

Gerd.

dm6dx
Normaler Benutzer
Beiträge: 314
Registriert: So 18. Feb 2007, 16:22
Wohnort: Berlin

Beitrag von dm6dx » Mo 29. Jun 2009, 11:40

... noch einfacher wäre wenn die Veranstalter der Kontest Bandplanverletzung mit Punktabzug oder Disqualifikation ahnden.
.....da kann ja dann wohl JEDER kommen und behaupten Station XYZ hat im falschen Bandsegment gefunkt. Das halte ich dann doch für nicht durchführbar.
Die allermeisten Contest Logs kommen heute elektronisch, es würde reichen auf die Frequenzangaben im Log zu schauen und die zwischen QSO-Partner abzugleichen.
Ich glaube nicht, dass das bei den Auswertern Jubelschreie hervorrufen würde, denn die haben schon genug zu tun (in ihrer Freizeit).
WT und UCX erzeugen Band oder 14000, 21000......

Es sind übrigens ausreichend OMs von den Veranstaltern selbst in den Contesten aktiv und weisen "Falschfunker" auch auf ihre Fehler hin.
(schon selbst mitbekommen)

Im Übrigen, es ist ein Hobby.....


73 de Robby

Antworten