Weidezaun

Störungen, störende Beeinflussungen
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df5cl
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Weidezaun

Beitrag von df5cl » Mi 19. Nov 2008, 12:22

Liebe Mitfunker,

Es sieht aus wie ein Aprilscherz, doch näher betrachtet habe ich tatsächlich ein heftiges Problem:

Mein Nachbar hat elektrische Weidezäune. Selbst ohne Empfänger hört man akustisch das "Pitsch, pitsch, pitsch, ..." im Sekundentakt.

Meine 80/40m W3 Dipolanantenne läuft ca. 15m parallel zum Weidezaun und so kann man sich vorstellen, wie stark der Empfänger mit HF zugestopft wird.

Mein Nachbar ist glücklicherweise sehr hilfsbereit und würde mir sofort helfen, wenn wir eine allgemeinverträgliche Möglichkeit finden sollten. Ziel ist es, die Pferde nach wie vor innerhalb des Zauns zu halten und durch vielleicht Abblocken mit Kondensatoren den HF Anteil signifikant zu senken.

Es würde mich freuen, wenn jemand bereits Erfahrung in dieser Thematik hätte und mir vielleicht ein paar Tipps geben könnte.
Der Noiseblanker fällt leider aus, denn meine gute, alte S-Line verfügt über keinen NB und ich würde das Problem auch lieber an der Wurzel anfassen, also direkt am Weidezaungenerator.

73 de Pit

df8th
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Beitrag von df8th » Mi 19. Nov 2008, 12:30

Hallo,

ich habe ein ähnliches Problem hier. Auch ein Weidezaun nebenan. Ich habe das Gefühl dass die Störungen von Funkenstrecken kommt und weniger vom Weidezaungerät selbst. Wenn Du jedoch eine gute Lösung zur Entstörung findest lass es uns wissen.
In jedem Fall muss man aufpassen was man an der Stärke ändert. Für Pferde und derren Versicherung muss der Weidezaun eine bestimmte Spannung aufweisen. D.h. die Spannung darf nicht zu niedrig sein. Obwohl es die Pferde und uns wahrscheinlich immernoch im Zaun halten würde kann eine Absenkung bei Versicherungen zum Problem führen. (Habe ich mal irgendwo gelesen, genaues weiss ich leider nicht)

Grüße
Tobias
PLC und DARC? Nein Danke!

df5cl
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Beitrag von df5cl » Mi 19. Nov 2008, 12:45

Hallo Tobias,

Danke für Deinen Antwort!

Ich werde mir den Weidezaungenerator mal ansehen und nach Funkenstrecken suchen. Vermutlich ist es eine elektromechanische Kombination; So funkten ja bereits unsere Urgroßväter über den Atlantik. Der Nachbar erwähnte bereits, dass er das Gerät damals zusammen mit dem Hof kaufte...

Danke auch für den Hinweis bezüglich der versicherungstechnischen Komponente! Genau dies muss natürlich gewährleistet sein.

Zudem werde ich mich mal schlau machen, welche Geräte denn heutzutage angeboten werden dürfen. Theoretisch müßte ja gerade ein Weisezaungenerator ein EMV-Prüfsiegel haben.

73 de Pit

df5cl
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Beitrag von df5cl » Mi 19. Nov 2008, 13:09

So, das ging schnell, denn dank Internet und Suchmaschinen habe ich schon ein paar Informationen zur Hand.

Also es gibt tatsächlich EMV geprüfte Geräte und man kann sich unter folgendem Link von der Wirkungsweise der Weidezaungeneratoren eindrucksvoll überzeugen:

http://www.weidezaun.info/weidezaun/Vid ... 7k,9k.html

Tobias hat mit der Funkenstrecke also schon mal eine mögliche Quelle aufgezeigt und das Video veranschaulicht deutlich was im Falle einer kurzstreckigen Leiterunterbrechung passiert.

Nun interessiert mich, wie stark man einen Weidezaungenerator überhaupt entstören könnte. - Die Stiftung Warentest führte vermutlich bisher noch keine Weidezaun Strahlungstests durch. Doch vielleicht haben wir einen radioaktiven Landwirt in unseren Reihen, der gut entstörte Geräte kennt.

73 de Pit

dl5mg
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Beitrag von dl5mg » Mi 19. Nov 2008, 13:33

df5cl hat geschrieben: Nun interessiert mich, wie stark man einen Weidezaungenerator überhaupt entstören könnte.
73 de Pit
Hallo Pit !
Ich glaube Du suchst in der falschen Richtung nach einer Lösung. Nicht der Generator ist für deine Störungen verantwortlich ! Es sind die Funken, die ständig im Sekundentakt irgenwo überspringen. Ich habe hier auch in 20m Entfernung so einen Weidezaun. Besonders schlimm ist es bei feuchter Witterung. Logisch > dann gibt es überall Überschlagspunkte.
Aber: Das hat nichts mit HF im traditionellen Sinn zu tun. Das sind Störungen der Art, wie Du sie jeden Sommer in Form von QRN auf den Bändern findest. Am ehesten hilft da noch der "NB", der Noise Blanker, wenn Du so was an Deinem TRCVR hast.

73 de Frank

1571017

Re: Weidezaun

Beitrag von 1571017 » Mi 19. Nov 2008, 13:40

df5cl hat geschrieben:
Mein Nachbar hat elektrische Weidezäune. Selbst ohne Empfänger hört man akustisch das "Pitsch, pitsch, pitsch, ..." im Sekundentakt.
Hallo Pit,

Ein modernes Weidezaungerät stört im allgemeinen nicht. Habe etliche in meiner Umgebung.

Das Problem ist hohes Gras im Bereich der Drähte, schlechte Isolatoren usw.
Diese Stellen sind sehr leicht zu finden, vor allem wenn Du das sogar schon akustisch hörst.
Am einfachsten geht das aufspüren natürlich bei Dunkelheit.

73
Peter

df5cl
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Beitrag von df5cl » Mi 19. Nov 2008, 16:57

Hallo Peter, hallo Mitfunker,

Besten Dank für Deine/Eure Tipps im Forum und per PM!

Offensichtlich sind nicht die Weidezaungeneratoren das Problem, sondern die Entladungsstrecken and denen Funken entstehen können. Ich werde mich also im Dunkeln mal auf die Suche machen und für eine ausgezeichnete Isolation des Weidezaundrahtes sorgen.

Hier hat sich übrigens auch etwas gewandelt: Der Weidezaundraht ist heutzutage in einem breiten Kunststoffband eingebettet. Eigentlich eine faire Kennzeichnung, denn so wissen Mensch und Tier gleich, dass es ungemütlich sein kann, sich dem Draht zu nähern.

Also danke für Eure guten Tipps und mal schaun, wie meine nächtliche Funkenfuchsjagd auf Nachbars Pferdekoppeln enden wird.

73 de Pit

1670256

Beitrag von 1670256 » Mi 19. Nov 2008, 20:11

df5cl hat geschrieben:Offensichtlich sind nicht die Weidezaungeneratoren das Problem, sondern die Entladungsstrecken and denen Funken entstehen können. Ich werde mich also im Dunkeln mal auf die Suche machen und für eine ausgezeichnete Isolation des Weidezaundrahtes sorgen.
So ist es. Ich wohne hier auch in einer Pferdegegend, glücklicherweise ist der nächste Weidezaun > 100 m weg, aber im Sommer habe ich auch oft heftige Pulse bei 144 MHz. Der NB kriegt die allerdings sehr schön weg, natürlich auf Kosten der Großsignalverträglichkeit.

Bei Spaziergängen sehe ich ab und zu auch die Funkenüberschläge aus den Kunsstoffbändern heraus.

Gruss Henning

de1lme
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Beitrag von de1lme » Mi 19. Nov 2008, 21:01

Hallo Lbr Pit,
ich habe eine ähnliche Situation hier gehabt. Mein Nachbar hatte seinen Koi Teich mit einem Elektrozaun wegen der Katzen gesichert. Die Störungen genau wie bei Dir. Problem war das Busch und Pflanzenwerk welches zu dicht am Zaun war. So kam es zu dauerhaften Überschlägen die im RX zu hören sind. :idea: Problemlösung war recht einfach habe mit dem Nachbarn den Zaun leicht versetzt und hier und da das Grün zurückgeschnitten. Seit dem war wieder Ruhe!!! Will ich mal hoffen das alles langsamer wächst HI. :D

Vy 73 aus dem Norden

Michael DE1LME
Erst hören dann senden

dg2sbw
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Beitrag von dg2sbw » Mi 19. Nov 2008, 22:22

War/bin auch ab und zu zaungeschädigt. Ich gehe regelmäßig den Pferdekoppelzaun des Nachbarn ab und beseitige Überschlagstellen. Dann ist wieder eine zeitlang Ruhe. Die Zaundrähte sind ja tolle "Langdrahtantennen"
Gruß Werner

dh9gcd
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Beitrag von dh9gcd » Do 20. Nov 2008, 12:27

Für die Pferde muß es ein Band sein, weil die einen einzelnen Draht nicht sehen und sonst durchbrechen würden. Die eingewobenen Drähtchen fangen mit der Zeit an durchzurosten, so dass an der Bruchstelle Funken springen. Wie schon erwähnt ist auch das in die Bänder einwachsende Gras für springende Funken schuld. Auch an den Endisolatoren, die zum öffnen den Zaunes dienen, kann leicht was rosten. Diese bestehen meist nur aus verzinktem Metall. Ich habe hier das Glück, dass der Zaun mit Koppel uns gehören. Da kann ich während den Kontestwochenenden den Zaun abstellen. Ist ja nicht so, dass die Gäule täglich kontrollieren, ob noch Spannung drauf ist... :) Bei einer Zaunanlage, die einige Jahre alt ist, kommt man eigentlich nie nach, die schlechten Stellen auszuflicken.
Gruß, Christoph

dg2sbw
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Beitrag von dg2sbw » Do 20. Nov 2008, 18:08

dh9gcd hat geschrieben:Für die Pferde muß es ein Band sein, weil die einen einzelnen Draht nicht sehen und sonst durchbrechen würden.
Richtig, sind 2 übereinander angebrachte weiße Bänder.

1571017

Beitrag von 1571017 » Fr 21. Nov 2008, 17:44

do1ywf hat geschrieben:
In der Nähe kann ich zwar keinen Weidezaun entdecken,doch ich frage mal,welche Entfernungen können denn diese Signale im Flachland überbrücken.
2-3km bestimmt wenn die Empfangsantenne eine Vertikalantenne ist

73
Peter

dg2sbw
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Beitrag von dg2sbw » Sa 22. Nov 2008, 12:54

do1ywf hat geschrieben:dann habe ich eine Schafherde in Verdacht
:lol: Wohl den Zaun der die Viecher auf der Weide hält, hihi.
Bist Du sicher dass die Signale von einem Weidezaun ausgehen? Ich hatte mal ein kleines Steckernetzteil das im Sekundentakt Pulse aussendete. Da dachte ich auch erst an Weidezaun...
73 Werner

dj4ct
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Sekundentakt

Beitrag von dj4ct » Di 25. Nov 2008, 12:56

Hallo Wolfgang,
bevor du draußen suchst. Mit Batteriebetrieb schalte zumindest mal kurzzeitig Deine gesamte Hausversorgung probeweise ab. Warum in Ferne schweifen, das könnte auch sehr nahe sein.
vy 73 es gl, Lebrecht, DJ4CT

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