DARC in der neuen Zeit...

Packet Radio, APRS, D-Star, usw.; Software
dl8rds
Normaler Benutzer
Beiträge: 32
Registriert: So 25. Nov 2007, 21:46
Wohnort: München

DARC in der neuen Zeit...

Beitrag von dl8rds »

Nach vielen Diskussionen stelle ich fest, der Amateurfunk ist nicht tot, aber der DARC hat ein Problem: Es wurden einfach nicht die Themen aufgegriffen, die eigentlich für uns relevant wären: Wir haben uns einfach viel zu lange auf unseren Lorbeeren ausgeruht und wichtige Trends verschlagen. Mal ganz ehrlich, mit 9600 Bit/Sekunde und Packet-Digis kann man heute niemanden mehr begeistern - wenn man WLAN-Router mit 108 MBit/s an jeder Ecke bekommt.

Aber warum beschäftigt sich im DARC niemand mit WLAN? Ist HighSpeed-Datenfunk zu trivial? Warum fragt niemand, wie GSM eigentlich funktioniert, und was UMTS ist? Wie funktioniert DVBT? Und was ist dran an DAB und DRM? Sind diese Betriebsarten deshalb nicht auf unserem Radar, weil man sie mit Analogtechnik nicht dekodieren kann?
Ihr merkt, ich will eine Diskussion lostreten. :-)

Wie wäre es, wenn der DARC einen Wettbewerb ausschreibt, wer bei gegebenen Bandbreiten die höchsten Datenraten binbekommt, und das noch dazu mit der größten Entfernung? Und wie wäre es, wenn die Distrikte anfangen, systematisch Digitalfunkprojekte aufzusetzen? Wie wäre es, wenn man endlich systematisch AFU-DRM zur Betriebsart erheben würde? Stereo auf Kurzwelle?

Und warum beziehen wir nicht endlich die Handys in unser Interessengebiet mit ein? Das Google-Projekt "Android" bietet doch da die allerbesten Möglichkeiten.

Wie wäre es, wenn wir uns endlich von unseren starren Vorstellungen lösen, daß Amateurfunk ausschließlich innerhalb der definierten Frequenzbänder stattfindet? In meinen Augen ist auch jemand Funkamateur, der sich kreativ mit seinem Handy-Betriebssystem auseinandersetzt und innovative Applikationen entwickelt.

Ich bin sicher, daß wir das Gehör der jungen Leute finden können, wenn wir beispielsweise ein eigenes GSM-Netz aufbauen. Vielleicht nur mit wenigen Stationen, aber wenn es funktioniert und wir GSM wirklich zum Leben erwecken können... - Echolink und Packet Radio hatten doch auch enormen Erfolg. Warum sollten wir hier daneben liegen?

Der Amateurfunk muß die Open-Source-Bewegung in der Nachrichtentechnik werden! Wir müssen für Transparenz, niedrige Einstiegshürden und Klarheit sorgen. Wir müssen die Menschen wieder zu mündigen Funktechnik-Nutzern machen. Wir müssen erklären, wie die Handys, aber nicht nur die Handys funktionieren: Der Blackberry ist genauso ein leistungsfähiger Funk-WLAN-GSM-Computer wie das Apple IPhone. Der Amateurfunk muß endlich in der Informatik ankommen.

Und wir sollten nicht so viel Angst vor unserem gesetzlichen Rahmen haben, denn Deutschland ist in erster Linie ein Wissensstandort, und wenn wir das bleiben wollen, dann müssen die Gesetze eben entsprechend angepasst werden. Ich bin auch überzeugt, daß man bei der BNetzA in dieser Sache auf offene Ohren stößt, wenn unser Verband diese Strategie verfolgt.

Bin gespannt auf eure Kommentare!

Beste Grüße
Markus DL8RDS
1670256

Re: DARC in der neuen Zeit...

Beitrag von 1670256 »

dl8rds hat geschrieben:Mal ganz ehrlich, mit 9600 Bit/Sekunde und Packet-Digis kann man heute niemanden mehr begeistern - wenn man WLAN-Router mit 108 MBit/s an jeder Ecke bekommt.
Einverstanden - ich hatte schon vor 5 Jahren vorgeschlagen, das Experiment Packet Radio für erfolgreich beendet zu erklären und das Netz kontrolliert abzuschalten.
dl8rds hat geschrieben:Aber warum beschäftigt sich im DARC niemand mit WLAN?
Amateurfunk in DL ist nicht der DARC. 1985 hat sich "im DARC" (im Sinne von Funktionsträgern) auch niemand mit Packet Radio beschäftigt, und letztlich ist das auch nicht deren Aufgabe.
dl8rds hat geschrieben:Ist HighSpeed-Datenfunk zu trivial?
Wenn die Beschäftigung nur darin besteht, die Kiste auszupacken und einzuschalten, dann ja. Alles weitere ist ausserhalb der gesetzlichen Möglichkeiten - daran trägt der DARC/RTA allerdings die Alleinschuld (Begrenzung der zulässigen Sendebandbreite in DL auf <16 MHz auf Wunsch des RTA vor wenigen Jahren). D. h. , sollte sich doch jemand damit beschäftigen, wird er das nicht publizieren. :-)
dl8rds hat geschrieben:Warum fragt niemand, wie GSM eigentlich funktioniert, und was UMTS ist? Wie funktioniert DVBT? Und was ist dran an DAB und DRM? Sind diese Betriebsarten deshalb nicht auf unserem Radar, weil man sie mit Analogtechnik nicht dekodieren kann?
Ihr merkt, ich will eine Diskussion lostreten. :-)
Ich merke nur, daß sich Deine Beschäftigung mit diesen Themen möglicherweise auf das Lesen des cq-DL beschränkt.

DRM: wird im Afu auf KW experimentell betrieben. Wegen der großen Latenz für viele Situationen (Pile-Up, Contest) nicht verwendbar.

DAB: wozu brauchst Du einen für mobilen Empfang und Gleichkanalnetze optimierten Breitband-Rundfunkdienst (mit hoher Sendeleistung für akzeptable Reichweiten)? Welche Inhalte?

DVB-T: 15 km von hier arbeitet ein ATV-Relais mit DVB-T. DVB-S wird seit 5 Jahren genutzt.

GSM/UMTS: hochkomplex, aus Bandbreitegründen erst ab 23 cm denkbar, 1000e von Basisstationen für Flächendeckung statt 200 FM-Repeater erforderlich. Genehmigt es der Primärnutzer? (das ist nicht verhandelbar). Wer macht es, wer bezahlt es, wer betreibt es?
dl8rds hat geschrieben:Wie wäre es, wenn man endlich systematisch AFU-DRM zur Betriebsart erheben würde? Stereo auf Kurzwelle?
Willst Du Dir wirklich die Stimme Deines Gegenüber in Stereo anhören (???) - KW ist aber nicht so leer, dass man dafür lauter 10-kHz-Kanäle einrichten könnte. Ansonsten s. o. - DRM ist für KW-Afu ziemlich ungeeignet.
dl8rds hat geschrieben:Wie wäre es, wenn wir uns endlich von unseren stdrren Vorstellungen lösen, daß Amateurfunk ausschließlich innerhalb der definierten Frequenzbänder stattfindet? In meinen Augen ist auch jemand Funkamateur, der sich kreativ mit seinem Handy-Betriebssystem auseinandersetzt und innovative Applikationen entwickelt.
Das ist in meinen Augen kein Funkamateur, sondern ein Softwareentwickler für Embedded Systems. Ehrenwert, aber anders.
dl8rds hat geschrieben:Ich bin sicher, daß wir das Gehör der jungen Leute finden können, wenn wir beispielsweise ein eigenes GSM-Netz aufbauen. Vielleicht nur mit wenigen Stationen, aber wenn es funktioniert und wir GSM wirklich zum Leben erwecken können.
Zweifellos eine herausfordernde Aufgabe - also fang halt mal an. Auf Deiner Webseite sehe ich fast nur Projekte mit dem Statusd "Planned". Wünschen kann ich auch :-)
dl8rds hat geschrieben:Echolink und Packet Radio hatten doch auch enormen Erfolg.
Echolink hat mit Amateurfunk nichts zu tun, das ist nur ein spezieller VoIP-Chat. Und Erfolg?
Packet Radio hatte vor 20 Jahren nahezu ein Alleinstellungsmerkmal, mangels verfügbarem Internet. Telefonieren hat das nicht.
dl8rds hat geschrieben:Der Amateurfunk muß die Open-Source-Bewegung in der Nachrichtentechnik werden! Wir müssen für Transparenz, niedrige Einstiegshürden und Klarheit sorgen. Wir müssen die Menschen wieder zu mündigen Funktechnik-Nutzern machen. Wir müssen erklären, wie die Handys, aber nicht nur die Handys funktionieren: Der Blackberry ist genauso ein leistungsfähiger Funk-WLAN-GSM-Computer wie das Apple IPhone. Der Amateurfunk muß endlich in der Informatik ankommen.
Teilweise einverstanden - nur ist eben die Komplexität eines modernen Kommunikationssystems im Vergleich zu Opas Dampfradio so hoch, daß Du dabei entweder nur in Trivialitäten verharrst oder nur noch wenige damit erreichen kannst.
dl8rds hat geschrieben:Und wir sollten nicht so viel Angst vor unserem gesetzlichen Rahmen haben, denn Deutschland ist in erster Linie ein Wissensstandort, und wenn wir das bleiben wollen, dann müssen die Gesetze eben entsprechend angepasst werden. Ich bin auch überzeugt, daß man bei der BNetzA in dieser Sache auf offene Ohren stößt, wenn unser Verband diese Strategie verfolgt..
Da gebe ich Dir recht, als wir das Packet-Netz aufgebaut haben, stand in der DV-AFuG auch noch explizit drin, daß es verboten ist, Relaisfunkstellen (gemeint waren Sprechfunkrelais) zu vernetzen. Das hat aber bei der Behörde niemand gemerkt und dennoch Genehmigungen erteilt. Ansonsten s. o. - ohne die Regulierungswut des DARC/RTA hätten wir in der Tat mehr Möglichkeiten.
Wobei es aber auch Randbedingungen gibt, die nicht verhandelbar sind, nämlich sobald es sich um Nicht-Exklusivbänder (23cm, 13 cm, ...) handelt oder um den 433-MHz-ISM-Bereich geht, so daß Dritte betroffen sind, die als Primärnutzer des Bereichs am liebsten überhaupt nichts für den Amateurfunk genehmigen würden. Und da bleibt nicht mehr viel Bandbreite übrig.

Gruss Henning
dl8rds
Normaler Benutzer
Beiträge: 32
Registriert: So 25. Nov 2007, 21:46
Wohnort: München

Informatik und Nachrichtentechnik sind inzwischen untrennbar

Beitrag von dl8rds »

Hallo Henning,
Ich merke nur, daß sich Deine Beschäftigung mit diesen Themen möglicherweise auf das Lesen des cq-DL beschränkt.
:-) nicht ganz: Als Informatiker versuche ich, mich DRM zu nähern, und es gibt da ja auch existierende Software, allerdings zumeist Closed Source und nur für Windows. Im Moment tüftle ich daran, meinen TS-930 zur Aussendung eines DRM-Signals zu bewegen :-) Allerdings bin ich zugegeben kein Elektroniker und habe auch hier meine Schwierigkeiten. Außerdem gibt es mein Ubuntu-Package für den Linux-Echolink-Client zum Download. Wir müssen es eben so machen wie die OpenSourceCommunity: Jeder trägt das bei, was er beitragen kann.

Zum Thema: In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Informatik als Zwillingsschwester der Nachrichtentechnik (Elektronik) etabliert, und in meinen Augen hat der DARC diese Entwicklung nicht mitvollzogen.
Amateurfunk in DL ist nicht der DARC. 1985 hat sich "im DARC" (im Sinne von Funktionsträgern) auch niemand mit Packet Radio beschäftigt, und letztlich ist das auch nicht deren Aufgabe.
Es liegt wohl auch daran, daß die Informatik eine komplexe Wissenschaft ist, und daß man als klassischer Funkelektroniker nun wohl alles noch einmal neu lernen muß. Aber dennoch sehe ich beim DARC-Vorstand sowie in der cqDL-Redaktion die Möglichkeit, den Blick der Mitglieder zielgerichtet auf neue Themen zu lenken und Schwerpunkte zu setzen. Es ist ja nicht so, daß der DARC-Vorstand nur den Verein verwalten kann.

Ich verstehe den Amateurfunkdienst als Möglichkeit am Wissensstandort Deutschland, sich als Nicht-Profi (=studierter / ausgebildeter Nachrichtentechniker) sich auf einem sehr hohen Niveau den Themen der Nachrichtentechnik zu nähern. Dies ist nach meinem Verständnis der Sinn des AFU-Gesetzes. Die breite Beschäftigung mit diesen Themen sieht der Gesetzgeber daher offenbar als strategische Investition in unsere Volkswirtschaft, denn sonst würde eine so kleine Gruppe von 70.000 Menschen in Deutschland kaum ein eigenes Gesetz und so breite Vollmachten und Freiheiten bekommen. Allerdings heißt das Gesetz ja auch AFU-Gesetz und nicht DARC-Gesetz :-)

Nach meinem Verständnis ist die Informatik heute mit der Fernmeldetechnik untrennbar verbunden, und beide Disziplinen sind nur Sichtweisen desselben Themas. Die Funkamateure vor 50 Jahren nach dem Krieg waren doch derselbe Menschenschlag wie heute die Mitglieder des Chaos Computer Club, die sich kreativ mit Elektronik und Informatik beschäftigen. -> AX.25 war von Anfang an Teil des Linux-Kernels...

Wir können heute nur dann auf neue Mitglieder, und auf Verständnis und Unterstützung in der Öffentlichkeit (und in der Politik) hoffen, wenn wir den Bogen zur aktuellen Funktechnik spannen können. Das bedeutet: Wenn wir einem interessierten Jugendlichen erklären können, wie sein Handy eigentlich funktioniert. Im Idealfall zeigen wir ihm, wie er es 'hacken' kann :-) Deshalb ist in meinen Augen "Android" so eine enorme Chance für uns.

Wenn der Amateurfunk für die breite Masse der "Nutzer" kaum mehr Vorteile bietet, weil sie diese Vorteile (kostenlos plaudern, weltweite Datennetze, Software saugen) mit einer Flatrate von den kommerziellen Diensten einfacher bekommen, dann verbleibt als Klientel des Amateurfunkdienstes nur noch die Gruppe derjenigen, die sich für die Technik selbst interessieren. Und diese Gruppe müssen wir gewinnen. Das ist in meinen Augen die heutige Zielgruppe des DARC.

Beste Grüße
Markus
2240426

Re: Informatik und Nachrichtentechnik sind inzwischen untren

Beitrag von 2240426 »

dl8rds hat geschrieben:Wir können heute nur dann auf neue Mitglieder, und auf Verständnis und Unterstützung in der Öffentlichkeit (und in der Politik) hoffen, wenn wir den Bogen zur aktuellen Funktechnik spannen können. Das bedeutet: Wenn wir einem interessierten Jugendlichen erklären können, wie sein Handy eigentlich funktioniert. Im Idealfall zeigen wir ihm, wie er es 'hacken' kann :-)
so einen ausgemachten blödsinn habe ich schon lange nicht mehr gelesen...
man kann den chaos computer club nicht einfach auf den amateurfunk adaptieren.
dl8rds
Normaler Benutzer
Beiträge: 32
Registriert: So 25. Nov 2007, 21:46
Wohnort: München

Beitrag von dl8rds »

man kann den chaos computer club nicht einfach auf den amateurfunk adaptieren.
Na, immerhin fragen sich die Leute vom CCC, wie die Technik im Detail funktioniert. Das ist ein Spirit, den wir im DARC auch gut gebrauchen können. Bitte bedenke, daß man unter "Hacken" nicht den Einbruch in Rechnersysteme versteht (das wäre "Cracken"), sondern den kreativen Umgang mit Technik. Der CCC beschäftigt sich ja auch mit RFID, welche, wie Du sicher weißt, eine digitale Funkanwendung ist.

Oder hast Du einen anderen, intelligenteren Vorschlag, was der Amateurfunk im 21. Jahrhundert zu suchen hat? Ich bin neugierig auf Deinen konstruktiven Beitrag!
dl8rds
Normaler Benutzer
Beiträge: 32
Registriert: So 25. Nov 2007, 21:46
Wohnort: München

Beitrag von dl8rds »

Wobei es aber auch Randbedingungen gibt, die nicht verhandelbar sind, nämlich sobald es sich um Nicht-Exklusivbänder (23cm, 13 cm, ...) handelt oder um den 433-MHz-ISM-Bereich geht, so daß Dritte betroffen sind, die als Primärnutzer des Bereichs am liebsten überhaupt nichts für den Amateurfunk genehmigen würden. Und da bleibt nicht mehr viel Bandbreite übrig.
... wie Henning richtig gesagt hat: Das ist nämlich die Gefahr! Wenn wir keine politisch-volkswirtschaftlich-wissenschaftlich seriösen Gründe für die Existenzberechtigung des Amateurfunks finden, dann werden immer mehr Bänder kommerziell vergeben bzw. wir werden von der Primärnutzung auf die Sekundärnutzung zurückgestuft. Und ohne Spielwiese kein Spiel. Was nützt mir ein toller Sender, wenn ich damit nicht senden darf, weil ich den Primärnutzer stören könnte.

Ich stelle nur fest, daß man einen Politiker mit einem noch so tollen Gespräch über das örtliche 70cm-Relais nicht mehr so richtig überzeugen kann. Da müssen bessere Gründe her. Vielleicht finden wir welche.
Zuletzt geändert von dl8rds am Do 13. Dez 2007, 19:04, insgesamt 1-mal geändert.
1571017

Re: DARC in der neuen Zeit...

Beitrag von 1571017 »

dl8rds hat geschrieben:
Aber warum beschäftigt sich im DARC niemand mit WLAN? Ist HighSpeed-Datenfunk zu trivial? Warum fragt niemand, wie GSM eigentlich funktioniert, und was UMTS ist? Wie funktioniert DVBT? Und was ist dran an DAB und DRM? Sind diese Betriebsarten deshalb nicht auf unserem Radar, weil man sie mit Analogtechnik nicht dekodieren kann?
Ihr merkt, ich will eine Diskussion lostreten. :-)

Brauchst Du nicht, sag lieber was das mit Amateurfunk zu tun haben soll

Wie wäre es, wenn man endlich systematisch AFU-DRM zur Betriebsart erheben würde? Stereo auf Kurzwelle?

Hast Du Dich überhaupt schon mal mit Funktechnik befasst?

Und warum beziehen wir nicht endlich die Handys in unser Interessengebiet mit ein?

die haben ebenfalls nichts mit Amateurfunk gemein


In meinen Augen ist auch jemand Funkamateur, der sich kreativ mit seinem Handy-Betriebssystem auseinandersetzt und innovative Applikationen entwickelt.

Was ein Funkamateur ist steht im Gesetz über den Amateurfunk


Ich bin sicher, daß wir das Gehör der jungen Leute finden können, wenn wir beispielsweise ein eigenes GSM-Netz aufbauen.

Mach mal, viel Spass

Wir müssen erklären, wie die Handys, aber nicht nur die Handys funktionieren: Der Blackberry ist genauso ein leistungsfähiger Funk-WLAN-GSM-Computer wie das Apple IPhone.

GSM ist im Amateurfunkdienst nicht zugelassen.
Solltest Du als Funkamateur eigentlich wissen


Und wir sollten nicht so viel Angst vor unserem gesetzlichen Rahmen haben, denn Deutschland ist in erster Linie ein Wissensstandort, und wenn wir das bleiben wollen, dann müssen die Gesetze eben entsprechend angepasst werden. Ich bin auch überzeugt, daß man bei der BNetzA in dieser Sache auf offene Ohren stößt, wenn unser Verband diese Strategie verfolgt.

Die BNetzA hat nichts mit den Gesetzen zu tun
Hallo Markus,

Ich kann Dir nur wünschen, daß Du in der Informatik mehr Durchblick hast als in der Nachrichtentechnik und dem Amateurfunk

Wenn Du mal irgendwann in DRM mit 2,7KHz Bandbreite qrv bist können wir uns gerne zum QSO auf 80m treffen :lol:

73
Peter
dl8rds
Normaler Benutzer
Beiträge: 32
Registriert: So 25. Nov 2007, 21:46
Wohnort: München

Beitrag von dl8rds »

Hallo Peter,

kommt bald:

http://n1su.com/windrm/

Aber auch von Dir habe ich keinen kreativen Vorschlag gelesen, warum der Amateurfunkdienst im 21. Jahrhundert weiter bestehen soll. Nur für ideenloses Geplauder von vielleicht 2000 aktiven HAMs brauchen wir keinen Amateurfunkdienst mit seinen weitreichenden Vollmachten und Vorrechten. Das geht über CB doch genauso. Da wäre es für den Gesetzgeber rentabler, jedem Lizenzinhaber ein Handy+Flatrate zu schenken und die Frequenzen zu versteigern.

Ein potentielles Mitglied wird sich weniger aus Interesse an den Grenzen des AFU-Gesetzes dem AFU zuwenden, sondern aus Interesse an der (digitalen) drahtlosen Informationsübertragung im Allgemeinen.

Haben nicht die meisten von uns erst einmal einen Schwingkreis bei den 100 MHz gebaut, bis irgendein Funkamateur geraten hat, ihn auf 144-146 MHz zu verlegen? Wie war es bei Dir? Oder hast Du die Lizenz gemacht, weil Du die Buchstaben des Gesetzes so faszinierend fandest?

Wir haben heute eben eine Situation, bei der die AFU-Gesetze die Beschäftigung mit der gegenwärtigen Funktechnik nicht mehr so richtig ermöglichen. Siehe 2,7 kHz. Das ist die Sprach-Bandbreite. Aber die meisten modernen Phonie-Anwendungen arbeiten digital.

Bevor wir rumjammern, daß wir das ja alles gar nicht machen dürfen, sollten wir uns überlegen, was der Amateurfunkdienst *eigentlich* ist. Und nicht, was im Gesetz steht, denn das Gesetz ist ein alter Stand, und die Realtität hat sich schon lange weiterentwickelt.

73s
Markus
1571017

Beitrag von 1571017 »

dl8rds hat geschrieben:Hallo Peter,

kommt bald:

http://n1su.com/windrm/

ja, sieh zu, ich bin seit 2 Jahren in DRM qrv

Aber auch von Dir habe ich keinen kreativen Vorschlag gelesen, warum der Amateurfunkdienst im 21. Jahrhundert weiter bestehen soll.

habe ich etwas von einem Vorschlag geschrieben den ich machen wolte?

Nur für ideenloses Geplauder von vielleicht 2000 aktiven HAMs brauchen wir keinen Amateurfunkdienst mit seinen weitreichenden Vollmachten und Vorrechten.

Ich habe durchaus bemerkt, dass Du nicht weisst was Amateurfunk ausmacht

Haben nicht die meisten von uns erst einmal einen Schwingkreis bei den 100 MHz gebaut, bis irgendein Funkamateur geraten hat, ihn auf 144-146 MHz zu verlegen? Wie war es bei Dir?

Ich habe Sender, Empfänger und Antennen gebaut und mache das nach wie vor (seit 1961)


Wir haben heute eben eine Situation, bei der die AFU-Gesetze die Beschäftigung mit der gegenwärtigen Funktechnik nicht mehr so richtig ermöglichen.

Du hast in der Tat keine Ahnung von der Materie

Siehe 2,7 kHz. Das ist die Sprach-Bandbreite. Aber die meisten modernen Phonie-Anwendungen arbeiten digital.

Ist ja hoch interessant? Welche ist das denn, die auf Kurzwelle kein komplettes Band dicht machen würde?

Und nicht, was im Gesetz steht, denn das Gesetz ist ein alter Stand, und die Realtität hat sich schon lange weiterentwickelt.
Träum weiter

73
Peter
dl5ym
Normaler Benutzer
Beiträge: 623
Registriert: Mi 7. Sep 2005, 15:26
Wohnort: Strausberg

Beitrag von dl5ym »

dl8rds hat geschrieben:
man kann den chaos computer club nicht einfach auf den amateurfunk adaptieren.
Na, immerhin fragen sich die Leute vom CCC, wie die Technik im Detail funktioniert.
Das glaubst aber auch nur Du .. einige getroffen .. NULL Ahnung...wie der Digitalkram das gehäuse verlässt ".. na per Funk eben.."


Das ist ein Spirit, den wir im DARC auch gut gebrauchen können. Bitte bedenke, daß man unter "Hacken" nicht den Einbruch in Rechnersysteme versteht (das wäre "Cracken"), sondern den kreativen Umgang mit Technik. Der CCC beschäftigt sich ja auch mit RFID, welche, wie Du sicher weißt, eine digitale Funkanwendung ist.
Funkanwendung = Funkdienst ??

Oder hast Du einen anderen, intelligenteren Vorschlag, was der Amateurfunk im 21. Jahrhundert zu suchen hat? Ich bin neugierig auf Deinen konstruktiven Beitrag!
Auf alle Fälle nicht Tagespolitik...klar kannst du ein GSM-Netz bauen... da werden alle auf Deine Kosten telefonieren wollen ...wenn du das mit Amateurfunkzukunft meinst....
Ich hab auch noch so ein gedankliches Problem... wie machst du mit DRM das im Contest ..wie hörst du einzelne/mehrere im Pile-up ?

Ich denk mir so... Amateurfunk war (ganz früher) nicht der Telefonersatz (du hattes da was mit 70cm Relais...)..da war funken eher das ausprobieren von Konzepten usw.

Bitte Amateurfunk nicht mit dem verwechseln, was da auf ca. 3660 kHz (oder so) tobt...

73
Fred, dl5ym
dl8rds
Normaler Benutzer
Beiträge: 32
Registriert: So 25. Nov 2007, 21:46
Wohnort: München

Beitrag von dl8rds »

Lieber Peter,

na, dann sag doch mal. warum soll ein Jugendlicher heute eine Amateurfunklizenz machen? Dann schalte doch mal einen Deiner tollen Empfänger ein und hör mal auf den lokalen Relais rein. Was tut sich denn da außer diesen Relais-Aufpiepsern? Und welche wirklich kreativen News gibt es denn in den Packet-Boxen, welche es im Internet nicht auch gibt?

Das soll überzeugen? Da beschäftigt man sich doch lieber mit Linux, wenn man kreativ sein will...

Ich will hier keinen Flame-War anzetteln, aber ich war neulich schwer enttäuscht: Ich habe meine Lizenz seit 1989 und war aus beruflichen Gründen über Jahre hinweg nicht QRV. Packet habe ich am Anfang gemacht, dann Jahre nicht mehr. Jetzt habe ich mir endlich einen gebrauchten TS-790 gekauft und wollte damit mal endlich richtig Packet machen und habe auch versucht, auf den Relais CQ zu rufen. Die Aufpiepser waren alle da, aber niemand wollte ein QSO fahren. Und die Einstiege waren entweder ausgeschaltet, defekt, oder außer Reichweite.

Da frage ich mich, was meine Lizenz eigentlich für einen Sinn hat, wenn nur noch diese Aufpieps-Idioten da sind, die Packet-Netze keinen sinnvollen Inhalt mehr transportieren, und die meisten Funkamateure den Kontakt zu der modernen Funktechnik (RFID, DRM, DAB, DVB, GSM, UMTS) schon längst verloren haben. Welche unserer werten lizensierten OMs sind in der Lage, mir QAM-64 zu erklären? Jeder hat einen Satelliten-RX zuhause, aber wer versteht, wie das Zeug funktioniert?

Und da wundern wir uns, wenn der Altersdurchschnitt im DARC steigt und steigt?

Lieber Peter, ich vermute zu Deinen Gunsten, Deine jüngsten selber gebauten Sender und Empfänger arbeiten alle mit QPSK und transportieren Daten genauso wie Sprache, und zwar verlustfrei. Oder darfst Du das nicht, und darum hast Du lieber die Finger von der Technik gelassen?

Nix für ungut. Aber ich möchte wirklich wissen, ob es heute noch zeitgemäß ist, eine Amateurfunklizenz zu machen. Oder ob es im Amateurfunk nur noch grantige, frustrierte, mißgünstige, resignierte und ideenlose, gesetzestreue, dafür technisch-abgehängte Jammerlappen gibt, die froh sind, daß sie ihren Sat-RX bedienen können.

Wenn das so ist, was ich nicht hoffe, dann kann der Bundestag das AFU-Gesetz ja bald einstampfen, denn für solche Leute sind die Frequenzen zu wertvoll. Und wir überlassen die Funktechnik lieber der Industrie, denn die kann das eh besser, oder?

73s
Markus
dl8rds
Normaler Benutzer
Beiträge: 32
Registriert: So 25. Nov 2007, 21:46
Wohnort: München

Beitrag von dl8rds »

Ich denk mir so... Amateurfunk war (ganz früher) nicht der Telefonersatz (du hattes da was mit 70cm Relais...)..da war funken eher das ausprobieren von Konzepten usw.
Lieber Fred, genau das meine ich. Diese Leute brauchen wir heute wieder.

Damals war man mangels Internet eben mit Röhren kreativ und man hat sich tierisch gefreut, wenn man eine sichere Verbindung über 1000 Kilometer machen konnte.

Heute installiert man sein Linux und baut einen VPN-Tunnel. Und die digitalen Funk-Themen (DRM... UMTS, RFID) liegen brach.

Ich nehms zurück, es gibt sie doch noch, die Leute, die nachvollziehen können, daß es interessant ist, sich mit neuen Technologien/Konzepten zu beschäftigen. :-)

Beste Grüße
Markus
1571017

Beitrag von 1571017 »

dl8rds hat geschrieben:Lieber Peter,

na, dann sag doch mal. warum soll ein Jugendlicher heute eine Amateurfunklizenz machen?

Um sich technisch zu betätigen, quatschen kann er per Handy oder übers Internet

Dann schalte doch mal einen Deiner tollen Empfänger ein und hör mal auf den lokalen Relais rein. Was tut sich denn da außer diesen Relais-Aufpiepsern? Und welche wirklich kreativen News gibt es denn in den Packet-Boxen, welche es im Internet nicht auch gibt?

Ist das nicht alles FM?
Sowas können meine Geräte natürlich nicht und Prothesen benutze ich ohnehin nicht


Das soll überzeugen? Da beschäftigt man sich doch lieber mit Linux, wenn man kreativ sein will...

das sicher nicht


Jetzt habe ich mir endlich einen gebrauchten TS-790 gekauft und wollte damit mal endlich richtig Packet machen und habe auch versucht, auf den Relais CQ zu rufen. Die Aufpiepser waren alle da, aber niemand wollte ein QSO fahren. Und die Einstiege waren entweder ausgeschaltet, defekt, oder außer Reichweite.

Hättest mal besser von Anfang an Amateurfunk machen sollen und keinen Krückenfunk, dann wäre Dir das bestimmt erspart geblieben

und die meisten Funkamateure den Kontakt zu der modernen Funktechnik (RFID, DRM, DAB, DVB, GSM, UMTS) schon längst verloren haben.

vielleicht sind die eher am Amateurfunk und den dort üblichen Modi interessiert?


Welche unserer werten lizensierten OMs sind in der Lage, mir QAM-64 zu erklären?

Vielleicht erkären sie Dir auch viel lieber JT65 in der Hoffnung Funkbetrieb mit Dir zu machen falls Du es mal irgendwann schaffen solltest eine Antenne zu bauen

Jeder hat einen Satelliten-RX zuhause

warum sollte ich so etwas zu Hause haben wollen?

Und da wundern wir uns, wenn der Altersdurchschnitt im DARC steigt und steigt?

Das hat mit dem DARC wenig zu tun.
So liegt der Altersdurchschnitt der Bevölkerung in DL bei 45 Jahren, in anderen Ländern wie z.B. EP bei knapp 26 Jahren.



Lieber Peter, ich vermute zu Deinen Gunsten, Deine jüngsten selber gebauten Sender und Empfänger arbeiten alle mit QPSK

selbstverständlich nicht, weil ich damit in der Praxis nichts anfangen könnte

und transportieren Daten genauso wie Sprache, und zwar verlustfrei. Oder darfst Du das nicht, und darum hast Du lieber die Finger von der Technik gelassen?

Weisst Du, ich bin Funkamateur, vielleichst wirst Du auch mal einer?
99% meiner Hobbyzeit befasse ich mich mit Amateurfunk Technik.
Ich funke von A nach B und an A und B ist jeweils an einer Antenne, sonst ist nichts dazwischen.


die froh sind, daß sie ihren Sat-RX bedienen können.

was liegt Dir denn so an einem Sat-RX, das Du ständig davon faseln musst?
Ist ja noch schlimmer als Dein Linux gepushe

Hallo Markus,

Jedenfalls sehr witzig zu lesen wie Klein Fritzchen sich den Amateurfunk jetzt und zukünftig vorstellt

73
Peter
dl8rds
Normaler Benutzer
Beiträge: 32
Registriert: So 25. Nov 2007, 21:46
Wohnort: München

Beitrag von dl8rds »

Hey Peter,

großer, alles (besser) wissender, weiser Guru, dann huldige ich Dir, zittere an meiner guten alten Junker mit meinen lausigen 45 bpm und hoffe, daß Du mich nicht mit Deiner selbst gebauten elbug mit 220 bpm überfährst, bin aber dann doch wohl mal dankbar, wenn Du mein Call erwiderst. Hoffentlich findest Du mich, kleinen unwissenden armen Steckdosen-Amateur, würdig eines QSOs.

Nix für ungut, ich wünsch Dir viel Spaß.

73s
Dein Kleines Fritzchen
2240426

Beitrag von 2240426 »

dl8rds hat geschrieben:Der CCC beschäftigt sich ja auch mit RFID, welche, wie Du sicher weißt, eine digitale Funkanwendung ist.
deine überheblichkeit ist ja zum ........

mit RFID habe ich mich bereits vor etlichen jahren in meinem studium während einer semesterarbeit beschäftigt und einfache methoden entwickelt die allgegenwärtigen unnötigen RFID tags aufzuspüren und zu deaktivieren.

was soll man bloss mit RFID mit im amateurfunk anfangen?! wer wissen will wie das zeug funktioniert muss keine lizenz machen, sondern sich einen bibliotheksausweis für die lokale FH oder uni organisieren. zumindest habe ich das als 15-jähriger gemacht um so einen FM piratensender zu bauen. so ziemlich alle luftschnittstellen sind heute vollständig beschrieben, wenn sie nicht gerade entwickelt werden und eine kernspezifikation dafür geschrieben wird. heute reicht im grunde genommen google aus um sich da zumindest einen ordentlichen überblick zu verschaffen. dafür braucht man den DARC nicht und das soll auch nicht seine aufgabe sein...

dl8rds hat geschrieben:Oder hast Du einen anderen, intelligenteren Vorschlag, was der Amateurfunk im 21. Jahrhundert zu suchen hat? Ich bin neugierig auf Deinen konstruktiven Beitrag!
ich frage mich eher was das schnelllebige kommunikationsgeschäft im amateurfunk verloren hat?! bzw: warum müssen wir versuchen jeden mist zu adaptieren und kopieren?!

ich arbeite übrigens als systemingenieur im bereich GSM/WCDMA/LTE/WiMAX .. diesen enormen umfang an technik, datenverarbeitung und übertragungstechnik wird man niemals im amateurfunk anwenden können. von daher sind deine vorschläge in diese richtung - bei allem gebührendem respekt für deine sorge um den amateurfunk - absoluter quatsch. blinder aktionismus ist eher kontraproduktiv als förderlich ...
Gesperrt